Übergabe des LEADER Förderbescheids

Übergabe Förderbscheid LEADER
Bildrechte: Wolfgang Böhm

Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner ging kurz auf das Förderprogramm „LEADER“ der Europäischen Union für die ländliche Entwicklung ein und betonte, dass das Großprojekt, die Markgrafenkirchen zu erschließen, damit einen Riesenschritt voran komme: „Von unseren 150 Markgrafenkirchen und Kirchen im Markgrafenstil in Oberfranken werden wir nun 57 Kirchen erschließen können plus eine in der Oberpfalz. Über ein Drittel also und die schönsten sind dabei. Wir werden mit der Erschließung dieser 58 Kirchen unzählig vielen Menschen eine große Freude machen. Denn gut erschlossene Kirchen sind ein geistlicher und kultureller Gewinn für Einheimische wie für Touristen.“ Dr. Dorothea Greiner dankte besonders Regierungspräsidentin  Heidrun Piwernetz, die das Projekt seit ihrem Amtsantritt mit Kräften unterstützt hat, dabei auch in ihrem Amt als Vorsitzende der Oberfrankenstiftung und ebenso für ihre Unterstützung des parallel zusätzlich laufenden Inventarisierungsprojektes. Die Regionalbischöfin: „Sie bauten Brücken für eine Förderung durch den Kulturfond Bayern und ebenfalls durch die Oberfrankenstiftung. Durch jenes  Projekt mit einem Volumen von 550 000 Euro können 95 Kirchen inventarisiert werden. In Summe können wir also für die Erschließung unserer Markgrafenkirchen gegenwärtig über 1,2 Millionen Euro an europäischen, staatlichen, kirchlichen und regionalen Mitteln einsetzen.“

Dr. Dorothea Greiner
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In dem Großprojekt „Markgrafenkirchen erschließen“ sah Dr. Greiner große Entwicklungschancen für die Region in touristischer, kultureller und vor allem in geistlicher Hinsich: „Denn die Markgrafenkirchen im ehemaligen Markgraftum Brandenburg-Kulmbach und die Kirchen im Markgrafenstil, die es ebenso in benachbarten Herrschaftsgebieten gibt – all diese Kirchen sind nicht nur Kunstwerke von zum Teil europäischem Rang. Sie sind eben auch Gestalt gewordene Botschaft. Sie sind Orte für die christliche Verkündigung, und sie verkündigen selbst. Ihre Botschaft gilt es zu erschließen. Dafür wollen wir Hermeneuten, Übersetzer sein. Für viele Menschen sind Kirchen inzwischen fremd und faszinierend zugleich. Ihre fremde Sprache wollen wir vertraut werden lassen, gehört sie doch zu unserer Heimat.“ Kirchen öffnen, mittels digitaler Medien wie Apps  Menschen über die Schätze dieser Kirche informieren, analoge Medien wie Flyer und ein appetitliches Büchlein veröffentlichen, wissenschaftliche Fundierung legen, die  Kirchen mit Wander-, Pilger- und Radwege verbinden, ausgebildete Kirchenführer sollen Kinder und Greise in die Geheimnisse ihrer Kirche einführen, Konzerte in Markgrafenkirchen sollen zur Marke werden. Die Regionalbischöfin Dr. Greiner abschließend: „Das alles und mehr wird nun schneller kommen als wir in den Anfängen zu träumen wagten. Der konzeptionelle, finanzielle und personelle Rahmen für die weitere Arbeit in den nächsten vier Jahren und drei Monaten ist nun vorhanden.“   

 

Staatsministerin Michaela Kaniber übergibt den Förderbescheid
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Staatsministerin Michaela Kaniber konnte sich mit der Stiftskirche keinen stimmigeren Ort vorstellen, um das Projekt zur Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken buchstäblich „aus der Taufe zu heben“: „Wir alle können hier in dieser Kirche spüren, dass die Markgrafenkirchen etwas Besonderes sind. Mit dem Markgrafen-Projekt wollen Sie diesen Bau- und Herrschaftsstil und die damit verbundene religiöse Tradition wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Gemeinsam haben Sie sich aufgemacht, dieses einzigartige Erbe der fränkischen Markgrafen zu erschließen. Dazu gratuliere ich Ihnen von ganzem Herzen.“ Über die touristische und kulturhistorische Dimension hinaus schätzte Staatsministerin Michaela Kaniber an diesem Vorhaben, dass die Kirchentüren weit geöffnet werden und die Menschen einladen, nicht nur ein schönes Bauwerk zu besichtigen, sondern dort auch ihren religiösen Wurzeln nachzuspüren. Staatsministerin Michael Kaniber gab sich überzeugt, dass das Markgrafenkirchen-Projekt nicht nur ein Mehr an Wertschätzung bringt, sondern in der Regel auch mehr Wertschöpfung in die Region. Die Staatsministerin würdigte vor allem den Einsatz von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner und dankte ihr, dass sie mit Pfarrer Hans Peetz einen ausgewiesenen Kunstexperten für dieses Projekt freigestellt hat. Kaniber dankte auch der Oberfrankenstiftung mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernitz als zweitgrößtem Fördergeber und LAG-Manager Gerhard Hänsel von der federführenden Lokalen Aktionsgruppe Bayreuther Land.

 

Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner
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Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete es als eine große Ehre, Staatsministerin Michaela Kaniber im Namen der großen kommunalen Familie, in der ehrwürdigen Stiftskirche willkommen zu heißen: „Wir haben hervorragende Erfahrungen mit Ihnen, Frau Staatsministerin, denn jedes Mal wenn Sie bei uns sind, gehen wir bereichert nach Hause.“ Die Markgrafenkirchen sind nicht nur von herausragender Schönheit, sondern auch ein Wesensmerkmal Oberfrankens, wie Landrat Klaus Peter Söllner betonte.

 

Sehr umfassend gab Pfarrer Hans Peetz noch Erläuterungen zum Projekt und machte deutlich, dass man künftig, wenn man die Kirche besuchen will, über eine App die virtuelle Kirchenführung auf Handy, Tablet oder Smartphone herunterladen. Auch die website bietet zudem eine Plattform für besondere Kulturveranstaltungen in den Markgrafenkirchen, Theater und vor allem Musik. Peetz war auch sehr dankbar, dass für das Projektmanagement mit Jutta Geyrhalter und Ute Steininger zwei halbe Stellen genehmigt wurden.

28.09.2018

(Text: Werner Reißaus)