Mitgliederversammlung | 2. Oktober 2020

Hans Peetz
Bildrechte: Dieter Hübner

Trebgast. Mit einer Andacht begann Pfarrer i. R. Hans Peetz die Mitgliederversammlung des Vereins „Markgrafenkirchen e. V.“ in der Johanneskirche in Trebgast. Bei einer kurzen Einführung in die Besonderheiten der Trebgaster Markgrafenkirche erwies sich der Erste Vorsitzende des Vereins als Bewunderer der von herrlichen, in schlichtem weiß geschaffenen Deckenarbeiten von Hof-Stuckateur Jeronimo Francesco Andreoli. Dabei faszinieren ihn vor allem die himmlischen Heerscharen, die Gesichter der Engel, die als Botschafter und Gesandte zum Hofstaat Gottes gehören.

Die Vereinsrats-Vorsitzende, Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, die zusammen mit der stellvertretenden Vorsitzenden, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, das Aufsichtsorgan des Vereins bildet, ging in ihrem Bericht zunächst auf personelle Veränderungen ein, die sich auch aus der Wahl im März ergeben haben. Sie freute sich auf die Zusammenarbeit mit den beiden Landräten Florian Wiedemann und Klaus Peter Söllner, sowie die beiden Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und Ingo Lehmann. „Sie sind unser Draht zur kommunalpolitischen Ebene und zudem unverzichtbare Partner bei unserem Leader-Projekt.“

Im Juli verabschiedet wurde Pfarrer i. R. Hans Peetz nach gut drei Jahren als Verantwortlicher für die Projektstelle zur Erschließung der Markgrafenkirchen. Für die verbleibenden eineinhalb Jahre folgt ihm auf dieser Position Pfarrerin Daniela Herrmann. Hans Peetz begleitet weiterhin das Leader- und das Inventarisierungsprojekt und bleibt Vorsitzender des Vereinsvorstands. Dritte Personalie war die Verabschiedung von Zweitem Vorsitzenden Dekan Thomas Guba, der im August als Dekan nach Weiden wechselte. Als seine Nachfolgerin wurde anschließend Dekanin Dr. Ulrike Schorn gewählt.

Für eines von drei großen Projekten, der vom Finanzminister befürworteten Präsentation der Markgrafenkirchen im Weltkulturerbe-Zentrum Markgräfliches Opernhaus, warben die beiden Vereinsräte bei einem Besuch in München-Nymphenburg um Unterstützung beim Präsidenten der Schlösser- und Seenverwaltung, Bernd Schreiber.

Ein Expertenteam befasst sich seit September 2018 mit der Inventarisierung, dem zweiten großen Projekt. Dabei wird in 95 Kirchen der Bestand an Kunstschätzen erfasst und fachgerecht dokumentiert. Die Ergebnisse werden in einem Buch für jede Kirche zusammengefasst.

„Unser Projekt hat große Schubkraft – mehr als ich zu Beginn zu hoffen wagte“, bilanzierte die Regionalbischöfin, und dankte allen, die sich mit viel Engagement für das Voranbringen der Erschließung der Markgrafenkirchen vor Ort und in ihrer jeweiligen Aufgabe einbringen.

Der Vereinsvorsitzende, Pfarrer i. R. Hans Peetz, berichtete über den Sachstand der einzelnen Projekte des Leader-Programms. Die professionellen Fotoaufnahmen – einschließlich Luftaufnahmen – zur Verwendung für Websites, Infotafeln, Kirchenflyer etc. sind abgeschlossen. Als Erkennungsmerkmal wurde jede Kirche mit einem einheitlichen Logo beschildert. Die dreisprachige Website – ein wesentlicher Bestandteil des Projekts zur touristischen Information -  wurde nach viel Anstrengung im Februar 2020 freigeschaltet. Mit einer Auflage von jeweils 10 000 Stück sind bisher drei Veranstaltungs-Flyer erschienen. Die ab 2019 begonnene Ausbildung als Kirchenführer/in kann Corona-bedingt erst 2021 weitergeführt werden. In Workshops wird derzeit ein großes wissenschaftliches Symposium für Juli 2021 vorbereitet. Rad- und Wandertouren wurden 2018 im Bayreuther, 2019 im Kulmbacher und Kronacher, sowie dieses Jahr ab Juli im östlichen Hofer Umfeld angeboten. In Arbeit sind Reiseführer zu den Markgrafenkirchen, die im Frühjahr 2021 verfügbar sein sollen. Ein Imagefilm mit Markgräfin Wilhelmine und ihrem Baumeister wird in Kürze auf der Website bereitgestellt werden können.

Schatzmeister Pfarrer Wolfgang Böhm konnte den ersten erfolgreichen Mittelabruf aus dem fast 700 000 Euro schweren Leader-Budget verbuchen und dankte Heidrun Piwernetz für die Vermittlung eines Zuschusses aus der Oberfranken-Stiftung.

Bericht und Foto: Dieter Hübner